Sommerfahrt 2007

Bilder:
- 1. Etappe
- 2. Etappe
- 3. Etappe


Bericht:
Anreise

Es war am Sonntag, den 22.Juli.2007 gegen halb elf, als sich in Aachen-Richterich zwei mutige und furchtlose Pfadfinderinnen, drei wagemutige Pfadfinder und eine tapfere Maus auf den Weg ins Abenteuer machten. Eine gechillte Autofahrt brachte uns bis nach Irrel zu dem vereinbarten Treffpunkt, den Köhlerhütten auf dem Waldjugendzeltplatz, wo wir auf unsere 4 Freunde aus Wesseling trafen, die bereits seit einer Woche die Gegend unsicher machten. Zusammen bereiteten wir uns auf die kommende gemeinsame Etappe in der zerklüfteten Felsenlandschaft vor. Doch bevor wir uns Hals über Kopf ins Abenteuer stürzten, besuchten wir noch das Westwallmuseum „Panzerwerk Katzenkopf“. Eine schwere Verletzung, die sich Stefan von den Wesselingern in der ersten Woche zugezogen hatte, zwang uns am Abend, uns von ihm zu verabschieden.



1. Etappe (23. bis 28. Juli 2007)
Irrel – Echternach – Bollendorf – Grundhof – Müllerthal – Berdorf – Echternach ( - Diekirch) – Minden – Menningen - Irrel

Am verregneten Morgen des 23. Juli machten wir uns todesmutig auf den Weg ins ungewisse Abenteuer. Einige Kilometer später verschlimmerte sich die Übelkeit, die der Pomajan schon am Tag zuvor schwer zu schaffen machte und sie konnte sich nur noch schleppend voran bewegen, deshalb beschlossen wir selbstlos, unsere Wanderung für heute zu beenden und sie in einer Schutzhütte, die ein Voraustrupp unter Einsatz des Lebens (und Romeos Hosenbodens) erkundschaftet hatte, unterzubringen. Während die einen die karge und baufällige Hütte zu einem komfortablen Lazarett herrichteten, schafften die abgehärteten Jungs im strömenden Regen Feuerholz herbei. Am Abend schwor jeder unserem gerade gegründeten imaginären Bund B 257 seine Treue und wir erklärten die nun beheizte und winddichte Schutzhütte an der K 20 zu unserem Bundeszentrum. Als der nächste Morgen dämmerte, mussten wir die geschwächte Pomajan leider vorsorglich nach Hause schicken. Der steinige und unwegsame Pfad führte den übrigen Trupp immer weiter voran. Die sengende Hitze der kommenden Tage, die steilen Abhänge und die engen Schluchten, die nicht enden wollenden, in den Fels gehauenen Stufen und die blutrünstigen Bremsen konnten uns nicht am Erreichen unserer Ziele hindern. Am Mittwoch erspähten unsere Adleraugen in weiter Ferne das Scout Camp Echternach, auf dem luxemburgische Pfadfinder uns auf ihr Lager einluden. An den kommenden zwei Abenden erfreuten wir uns daran, Freundschaften mit den luxemburgischen und englischen Pfadfindern, die auch dort lagerten, zu knüpfen. Am Lagerfeuer lieferten wir uns einen Singewettstreit mit den Engländern und berichteten anschließend bei heißer Schokolade den gespannten Zuhörern von unseren Erlebnissen. Tagsüber kam unser kulturelles Interesse auch nicht zu kurz, da wir Diekirch und das dortige Militärmuseum besichtigten. Beim Lebensmittelaufstocken in Echternach kam uns die Idee, am letzen Abend im Lager ein etwas luxuriöseres Essen unter anderem mit Kartoffeln, Grillwürstchen, Kräuterquark, Fetakäse und Unmengen an leckeren Oliven zu bereiten. Bevor wir am kommenden, sonnigen Tag aufbrachen, machten wir noch ein paar Fotos mit unseren neuen Bekanntschaften und tauschten Adressen aus. Nach diesen zwei luxuriösen Tagen schwächelten die Pimpfe etwas, sodass wir sie mit einer List namens Schokipause zum Weiterwandern motivierten, bis zu einem wie immer auf dieser Fahrt perfekten Kothenplatz, an dem wir schließlich unser Tagespensum deutlich überschritten hatten. Stolz auf ihre eigene wirklich bemerkenswerte Leistung, legten die Pimpfe noch mal richtig einen oben drauf, indem sie innerhalb kürzester Zeit sowohl die Kothe aufgebaut, als auch Feuerholzvorräte in riesigen Mengen aufgestapelt hatten. Unterdessen waren 3er und Thomas losgezogen, um im nächsten Dorf Wasser zu holen. Nach Ewigkeiten ließen sie sich dann auch endlich mal wieder bei uns blicken und berichteten uns hocherfreut, dass sie von einer Frau nicht nur Wasser bekommen hatten, sondern auch noch von ihr „gezwungen“ wurden, sich an Suppe und Brownies satt zu essen. Das hatte zur Folge, dass wir anderen mehr als genug von unserem Essen zu uns nehmen konnten. In der Nacht setzte ein leichter Regen ein, der uns am nächsten Tag bis Irrel begleitete. Um an diesem letzten gemeinsamen Tag uns von Valium und den Wesselingern zu verabschieden, hauten wir die Fahrtenkasse von denen auf den Kopf und kauften massenweise Kekse, Schoki, Fleischbällchen, Kuchen, Milch und Kakao ein, was wir anschließend in einer gemütlichen Abschlussrunde vertilgten.

---alle Bilder der 1. Etappe---



2. Etappe (28. Juli bis 1. August 2007)
Irrel – Fölkenbach – Bollendorf – Ferschweiler – Holsthum – Irrel

Der Abschied unserer Weggefährten war schnell verkraftet. Nur noch der harte Kern, eine Frau, zwei Männer und eine Maus, waren übrig geblieben, um auch noch die letzten wilden Ecken der Gegend zu durchfahren. Was wir zunächst mal wieder brauchten, war ein echtes Vollbad. Diesmal hatten wir die allerbeste Badestelle, die es nur geben kann, gefunden, mit erfrischenden Allroundsprudeln und reißender Strömung! Todesmutig stürzten wir uns in die Fluten und ließen uns den Fahrtendreck aus den tiefsten Poren spülen. Da die Köhlerhütten besetzt waren, richteten wir uns am Abend in einer nahe gelegenen Schutzhütte ein. Am nächsten Morgen starteten wir unsere neue Etappe bei Nieselregen gut gelaunt, voller Tatendrang und mit nährstoffreichen Affen (Tornister). Unsere Füße trugen uns wie von alleine zu einer luxuriösen First Class Höhle (3 Zimmer, Kochniesche, Terasse mit Ausblick auf Echternach und Keller). Zunächst nahmen wir unser komfortables Mahl (Delikatess Bio Spitzenlangkornreis mit Hülsenfrüchten und Fleischbeilage) auf der Terasse ein. Am Abend lauschten wir den melodischen Klängen der Gitarre und genossen den atemberaubenden Sternenhimmel und den aufgehenden Mond, bevor wir unsere müden Häupter in der Präsidentensuite auf den luxuriösen Kingsize-Fellchen betteten. Da am nächsten Tag und in der Nacht nichts weiter passiert ist, bis auf dass der Eifelmörder zwei Schüsse auf uns abgefeuert hat, wollen wir nicht weiter davon berichten. Die letzte Nacht dieser Etappe ist allerdings nicht ganz so ruhig verlaufen. Mit unserem Beil musste der starke Held die Hütte in der finsteren Nacht vor herumwütenden Waldtieren verteidigen, während Karabina einfach die Kapuze ihres Schlafsacks überzog und seelenruhig den Schlaf der Gerechten schlief. Um unseren Ruhetag antreten zu können, begaben wir uns schließlich wieder nach Irrel zum Auto.

---alle Bilder der 2. Etappe---



Ruhetag (1. August 2007)
Echternach

Bevor wir uns in die Innenstadt Echternachs wagen konnten, packten wir die Gelegenheit noch mal, in den Wasserfällen der Prüm ein Sprudelbad zu nehmen. Frisch nach Orange und Outdoorseife riechend stürmten wir anschließend Echternach, immer auf der Suche nach Sehenswürdigkeiten, Postkarten und Souvenirs. Mit unserer Ausbeute an Postkarten ließen wir an der Sauer die Sommersonne auf unsere mit Schoki gefüllten Bäuche scheinen und schrieben an unsere Liebschaften und irgendwelche Auserwählten. Am Abend fuhren wir nach Bollendorf, parkten unser Auto und fleezten uns im Wald in eine Schlucht.



3. Etappe (2. und 3. August 2007)
Bollendorf – Biesdorf – Wallendorf – Bigelbach – Beaufort – Dillingen – Bollendorf

Pünktlich zum Etappenanfang regnete es am Morgen mal wieder. Da wir für die dritte Etappe das schwere Fahrtengepäck wählten, ließen wir aus für uns praktisch erscheinenden Gründen unser Beil zurück (was wir später noch bereuen sollten). Alsbald schlugen wir uns wieder in die bewaldete Felslandschaft. Der Regen wurde immer stärker, Blitze zuckten und Donner grollten. Je mehr es regnete, desto mehr Menschen traf man im Wald, bis wir sogar vor der „Grünen Hölle“ auf eine (Warte) Schlange stießen. Als das Gewitter direkt über uns war, fanden wir in einer Höhle Zuflucht. Schließlich, als es nur noch regnete, zwängten wir uns voller Tatendrang weiter durch die engen Felsformationen und entlang der steilen Klippen des „Eulenhorstes“, bis wir im Nebel den „Kreuzlay“ erklommen, wo wir einen ganzseitigen Eintrag im Gipfelbuch hinterließen. Von jetzt an war unser Hauptbestreben, einen Bäcker zu finden. Langsam besserte sich auch das Wetter, wohingegen unsere Laune zunehmend sank, da sich in den Dörfern entlang unseres Weges einfach kein Bäcker befand. Unsere Lebensenergie strebte gegen Null und Karabina schloss am Rande der Straße schon vorzeitig mit dem Leben ab. Doch plötzlich kam Held mit der rettenden Idee: (Briefmarken und viel zu wenig) Schokomüsli! Mit neuen Kraftreserven streiften wir durch luxemburgische Felder und Kuhweiden. Schließlich fanden wir im Wald den perfektesten Kothenplatz, mit allem, was das Pfadfinderherz begehrt: massenhaft Feuerholz und Kothenstangen! Das einzige was fehlte war die Kothe, die zu 3/5 im Auto lag. Aber gut, dass wir die Säge mitgenommen haben, die an diesem Abend (im Gegensatz zum Beil) völlig unnütz war. Obwohl wir ein wahres Höllenfeuer entfachten, konnte uns der Suchscheinwerfer des durch den Wald fahrenden Autos nicht finden. Die Zauberformel heißt ZrZwwdWfl (=Zur rechten Zeit wissen, wo die Wasserflasche liegt)… hehe! Endlich wurde es kühler im Essenskreis und wir konnten so dicht zusammen rücken, dass wir uns wieder an den Händen fassen konnten, um die Runde aufzulösen. Auch diese Nacht traute sich der Eifelmörder nicht in unsere Nähe. Am nächsten Tag in Beaufort fanden wir endlich den ersehnten Bäcker und nahmen unser Mittagessen in der Nähe des Schlosses ein. Das Wetter war klasse, aber die Stimmung leicht gereizt. Als wir am frühen Abend in Dillingen ankamen, waren wir schon sehr erschöpft und schmissen unsere Affen in die nächste Ecke, um Pause zu machen. Dabei lernten wir eine holländische christliche Jugendgruppe kennen, die dort ihr Lager hatte. Gespannt wollten sie von unseren Abenteuern wissen und wir sangen ihnen einige unserer Lieder vor, da sie unsere Gitarrenkünste unter Beweis gestellt haben wollten. Begeistert luden sie uns auf ihr Lager ein, aber da dies für uns einige Probleme mit sich brachte, lehnten wir dankend ab und verabschiedeten uns. Wären wir mal bloß da geblieben (*Hände flehend in die Luft werfend*)! Es folgten vier Kilometer Höllenqualen auf derbe steilen, glitschigen und scharfkantigen Terrorfelsen. Das einzige, was uns jetzt noch am Leben hielt, war der Gedanke an Kartoffelpüree, das uns am Ziel erwartete. Als wir endlich an unserem Nachtlager, einem Felsen mit einer gigantischen Aussicht, angekommen waren, gab es mehr als genug vom leckeren Essen. Unter Sternschnuppen und dem voluminösen roten Mond schliefen wir ein.

---alle Bilder der 3. Etappe---



Abschluss (4. August 2007)

Zum Abschluss (und zur gründlichen Endreinigung) machten wir in Bitburg ein großes Spaßbad unsicher. Anschließend gaben wir das restliche Geld aus unserer Fahrtenkasse für leckeres Essen und ein Eis für jeden aus. Wohlerhalten, braungebrannt und voller toller Fahrtenerlebnisse kamen wir glücklich zu Hause in Aachen an.



Fazit

Ich werde kein lustiges Fazit bringen. Ich hoffe, dass Ihr lieben Leser auch das Glück habt, auf Großfahrt zu fahren. Nehmt gute Schuhe mit. Beschwert euch nicht, dass ihr den Wimpel tragen müsst. Denkt nach und lasst der Fantasie freien Lauf, wenn der Riemen drückt und sammelt reichlich Feuerholz und packt genügend und nicht zu viel ein.



Bericht: Karabina und Held
Fazit: 3er



AKTUELLES

09.01.13
Korrektur: Das Rudel Baghira trifft sich am Mittwoch, den 23.1. von 17:00 bis 18:30 Uhr am Pfarrheim St Johann in Burtscheid
 
03.01.13
Am 25.1.2012 um 17 Uhr trifft sich zum ersten Mal das Rudel "Baghira" (für Kinder ab 6 Jahren). Das Rudel "Sioni" startet am 11.1.2012 um 18 Uhr ins neue Jahr.
 
03.07.11
Seit vorgestern trägt unser Wölflingsrudel den Namen "Sioni". Ganz besonders stolz sind wir auf unseren eigenen Wimpel.

Zu den Sippen
 


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